Kaffeevollautomaten im Test

FĂŒr unseren Kaffeevollautomaten Test haben wir ĂŒber 54 verschiedene Testkriterien festgelegt und in 5 Kategorien aufgeteilt. Besonders wichtig ist uns natĂŒrlich der Geschmack der GetrĂ€nke. Außerdem wollen wir wissen welche Einstellungsmöglichkeiten das GerĂ€t zu bieten hat. Da ihr den Vollautomaten oft verwendet, ist eine einfache Handhabung wichtig. Hier prĂŒfen wir, wie leicht sich das GerĂ€t bedienen lĂ€sst.

Auch die generelle QualitĂ€t vom GehĂ€use, dem Innenlieben und die LautstĂ€rke des Mahlwerks beurteilen wir. Durch unsere ausgiebigen Tests werden die Kaffeevollautomaten richtig beansprucht. Daher testen wir nach einigen Tagen, wie leicht die Reinigung wirklich ist. Über unsere konkreten Test-Methoden berichten wir euch jetzt.

Kaffeevollautomaten Test

Geschmack der GetrÀnke im Test

Was ist das Wichtigste an einem Vollautomaten? NatĂŒrlich die GetrĂ€nke. Wir versuchen den Geschmack möglichst objektiv zu beurteilen. Dazu messen wir die Temperatur der GetrĂ€nke, analysieren die Crema und prĂŒfen die Konsistenz des Milchschaums. FĂŒr jedes GetrĂ€nk versuchen wir die perfekten Einstellungen zu finden.

Damit alle Modelle vergleichbar sind, nutzen wir fĂŒr unsere Tests immer die gleichen Kaffeebohnen und Bio H-Milch mit 3,8% Fett. Dann kommt es einzig und allein um das „Können“ des jeweiligen Vollautomaten an.

Espresso

Espresso ist bei fast allen GetrĂ€nken aus dem Vollautomaten die Hauptkomponente. Seine QualitĂ€t entscheidend fĂŒr den Geschmack aller GetrĂ€nke. Deshalb schauen wir in unserem Test beim Espresso sehr genau hin. 

Hellbraune Crema

Als Erstes ĂŒberprĂŒfen wir das Aussehen der Crema. Das ist der Schaum, der sich kurz nach dem BrĂŒhen auf dem Espresso bildet. Idealerweise ist die Crema goldbraun schimmernd und gleichmĂ€ĂŸig feinporig. 

Eine zu helle Crema deutet auf eine zu niedrige BrĂŒhtemperatur oder einen zu groben Mahlgrad hin. Umgekehrt lĂ€sst eine zu dunkle Crema auf eine zu hohe BrĂŒhtemperatur oder einen zu feinen Mahlgrad schließen. Ist die Crema “zerrissen” und nicht gleichmĂ€ĂŸig fein, war der BrĂŒhvorgang möglicherweise zu schnell. Ist zu wenig Crema vorhanden, ist der Mahlgrad zu fein, der Pumpendruck zu niedrig oder der Automat verwendet zu wenig Kaffeepulver. Ist der Mahlgrad zu grob, löst sich die Crema zu schnell auf.

Ihr seht, es ist eine Wissenschaft den perfekten Espresso zu brĂŒhen. Wir versuchen immer mit Mahlgrad oder Temperatur gegenzusteuern -falls “Probleme” beim Espresso auftreten. Können wir trotzdem keinen Einfluss nehmen, z.B. weil der Pumpendruck zu gering oder der BrĂŒhvorgang zu schnell ist, gibt es AbzĂŒge in unserem Test.

Espresso aus dem Kaffeevollautomaten im Test

der perfekte Espresso – gleichmĂ€ĂŸig feine, goldbraune Crema

Richtige Temperatur

Die empfohlene Trinktemperatur fĂŒr Espresso liegt zwischen 67 und 70°C. Daher sollte die Temperatur kurz nach dem BrĂŒhen bei mindestens 70 °C liegen. Wir fĂŒhren bei jedem Vollautomaten mehrere Temperatur Messungen durch. ZunĂ€chst ĂŒberprĂŒfen wir die “ab Werk” eingestellte BrĂŒhtemperatur. Anschließend stellen wir die Temperatur auf das Maximum – sofern der Automat diese Einstellung ermöglicht. Erreicht der Espresso in keiner Einstellung mindestens 70°C gibt es AbzĂŒge in unserem Test. 

Übrigens: ist euch der Espresso nicht heiß genug, könnt ihr die Tasse vorheizen. Bezieht dazu einfach heißes Wasser aus dem Automaten. Das bringt ihn ordentlich auf Temperatur. FĂŒr unsere Tests wĂ€rmen wir die Tassen jedoch nicht vor. Das wĂŒrde die Ergebnisse verfĂ€lschen.

Espresso aus dem Vollautomaten Temperatur im Test

die perfekte Trinktemperatur ist zwischen 67-70 °C 

Unterschiede im Geschmack

Im Geschmacks-Test vergleichen wir die IntensitÀt und die entfalteten Aromen mit denen anderer Vollautomaten. Dazu verwenden wir immer die gleichen, frischen Kaffeebohnen (eine Mischung aus Arabica und Robusta). Der Geschmack hÀngt von vielen Faktoren ab und sollte mit wenigen Einstellungen möglichst nah an den Espresso aus einem SiebtrÀger herankommen.

ZunĂ€chst beziehen wir immer einen Espresso in den Standardeinstellungen, d.h. 40 ml bei mittlerer AromastĂ€rke und voreingestelltem Mahlgrad. Im nĂ€chsten Schritt versuchen wir den Kaffeevollautomaten so einzustellen, dass wir einen möglichst krĂ€ftigen und aromatischen Espresso erhalten. Dazu stellen wir den Malgrad möglichst fein und die AromastĂ€rke nach oben. Wir hatten ĂŒbrigens auch schon Kaffeevollautomaten in unserem Test deren Pumpen fĂŒr diese Einstellungen einfach zu schwach waren. 

Geschmackstest Kaffeevollautomat

Die Grundlage von Cappuccino & Co. ist immer Espresso. Deshalb ist dessen QualitÀt bei einem Kaffeevollautomaten besonders entscheidend.

Kaffee aus dem Vollautomaten

Viele von euch wĂŒnschen sich guten Kaffee. Doch Kaffee aus dem Vollautomaten ist nicht mit Kaffee aus der Filterkaffeemaschine vergleichbar. Beim Kaffee aus der Filtermaschine wird gemahlenes Kaffeepulver in einen Papierfilter gegeben. Aufgrund der Schwerkraft sickert das heiße Wasser langsam durch das Kaffeepulver – direkt in die Kaffeekanne. Wasser und Kaffeepulver haben dadurch mindestens 2 bis 3 Minuten Kontakt.

Funktionsweise eines Vollautomatens

Bei GetrĂ€nken aus den Vollautomaten ist meistens Espresso die Hauptkomponente. Deshalb brĂŒhen Vollautomaten auch nach der Espressomethode. Dazu mahlt der Automat zunĂ€chst die Kaffeebohnen. Das Kaffeepulver fĂ€llt direkt in die BrĂŒhkammer und wird dort zu einem Kaffeepuck verdichtet. Anschließend wird, unter hohem Druck, heißes Wasser durch den Puck gepresst. Dadurch löst das Wasser verschiedene Aromen aus dem Kaffeepulver.

Auch “normalen Kaffee” bereitet der Vollautomat nach dieser Espressomethode zu. Hier presst er einfach mehr Wasser durch den Kaffeepuck. WĂ€hrend beim Espresso ca. 40 ml Wasser verwendet werden, sind es beim normalen Kaffee ca. 150 ml. Da der normale Kaffee nach der Espressomethode zubereitet wird, bekommt er ebenfalls eine leichte Crema. Daher wird er hĂ€ufig auch als Caffe Crema bezeichnet.

Kaffeepuck aus dem Vollautomaten

Kaffeepuck aus dem Vollautomaten

Kann ich eine Kanne Kaffee brĂŒhen?

Aus einem Kaffeepuck wird immer nur eine Tasse Kaffee zubereitet. Wollt ihr zwei Tassen gleichzeitig zubereiten, mahlt der Vollautomat erneut Kaffeebohnen und presst einen neuen Puck. Das kostet Zeit und ist der Grund warum Vollautomaten keine ganze Kanne auf einmal brĂŒhen. In unserem Test hat sich gezeigt, dass die meisten Vollautomaten fĂŒr eine Tasse ungefĂ€hr 1 Minute benötigen. FĂŒr 2 Tassen sind es schon 2 Minuten. Eine Kanne mit 8 großen Tassen wĂŒrde ganz schön lange brauchen. Da Vollautomaten keine Warmhalteplatte besitzen, wĂŒrde der Kaffee schon kalt werden. Vollautomaten sind einfach nicht auf ganze Kannen ausgelegt. Hier sind Filterkaffeemaschinen die bessere Wahl.

Vollautomat (Espressomethode):

  • Kaffeepulver wird zu einem Puck verdichtet
  • Wasser wird mit Druck (9 bar) durch das Kaffeepulver gepresst
  • Kontaktzeit von maximal 30 Sekunden
  • 1-2 Tassen gleichzeitig

Filterkaffeemaschine:

  • Kaffeepulver liegt lose im Filter
  • Wasser sickert durch Schwerkraft langsam durch Kaffeepulver
  • Kontaktzeit von 2-3 Minuten
  • bis zu 12 Tassen (Kanne) gleichzeitig möglich
Problem mit der Extraktionszeit 

FĂŒr eine Tasse Kaffee muss viel Wasser durch den Kaffeepuck gepresst werden. Je lĂ€nger der BrĂŒhvorgang (Extraktion) dauert, desto mehr Bitterstoffe werden aus dem Kaffeepulver gelöst. Dadurch kann es passieren, dass euer Kaffee bitter schmeckt. Dem können wir mit einem mittelfeinen Mahlgrad entgegenwirken. Dadurch fließt das Wasser schneller durch den Kaffeepuck und nimmt weniger Bitterstoffe mit. Allerdings könnt ihr bei Vollautomaten den Mahlgrad nicht stĂ€ndig verĂ€ndern. FĂŒr Espresso ist ein feiner Mahlgrad besser. Es bleibt also schwierig.

Deshalb: Normaler Kaffee ist nicht die StĂ€rke von Vollautomaten. Am besten beherrschen sie Espresso und alle darauf basierenden GetrĂ€nke, wie Cappuccino und Latte Macchiato. Wollt ihr also ausschließlich “normalen Kaffee” trinken, schafft euch lieber eine Kaffeemaschine mit integriertem Mahlwerk an. Sie mahlen vor jedem Bezug die Kaffeebohnen frisch und sind perfekt auf normalen Kaffee ausgelegt.

Guter Kaffee aus dem Vollautomaten möglich?

Die Hersteller sind sich ihres “Kaffee-Problems” durchaus bewusst. Deshalb gab es in den letzten Jahren einige technische Verbesserungen auf diesem Gebiet. So verwenden GerĂ€te von SIEMENS fĂŒr eine Tasse Kaffee zwei Kaffeepucks. Dadurch wird die Extraktionszeit eines Kaffeepucks verkĂŒrzt und es werden weniger Bitterstoffe gelöst. Delonghi bietet das sogenannte SchwallbrĂŒhverfahren. Hier wird das Wasser in kleinen SchĂŒben durch den Kaffeepuck gepresst. Dadurch kann sich kein hoher Druck aufbauen und weniger Bitterstoffe werden gelöst. 

Eine gute Alternative zum Kaffee bietet der Americano – ein mit heißem Wasser gestreckter Espresso. Dazu bereitet der Vollautomat zunĂ€chst einen Espresso und fĂŒgt anschließend heißes Wasser dazu. Das klingt erst einmal seltsam, macht aber Sinn. Von der IntensitĂ€t her erhaltet ihr einen normalen Kaffee. Wie ihr bereits wisst: Kaffeevollautomaten liegt der Espresso nunmal besser. Daher schmeckte unseren Versuchspersonen der Americano im Blindtest oft besser. Denn hier kommen klarer die Espresso-Aromen durch.

Kaffe Americano im Test

Americano – ein mit heißem Wasser verlĂ€ngerter Espresso ist eine gute Alternative

Unsere Testkriterien

FĂŒr unseren Geschmackstest stellen wir immer einen mittelfeinen Mahlgrad und eine mittlere KaffeestĂ€rke ein. Dadurch können wir  verschiedene Vollautomaten besser miteinander vergleichen. Anschließend beurteilen wir den Kaffee nach Aroma und wie bitter er schmeckt. SelbstverstĂ€ndlich fĂŒhren wir mehrere Temperaturmessungen durch. Dazu brĂŒhen wir kleine und große Tassen. Einzelne und zwei Tassen im Doppelbezug (sofern möglich). Wie beim Espresso, sollte auch beim Kaffee die optimale Temperatur bei ca. 70 °C liegen. VerfĂŒgt der Vollautomat ĂŒber spezielle Aroma Funktionen nutzen wir diese. Kann er einen Americano zubereiten, bewerten wir auch diesen.

Cappuccino, Latte Macchiato und Co.

Cappuccino und Latte Macchiato sind eure absoluten LieblingsgetrÀnke aus dem Vollautomaten. Beide enthalten Espresso und Milchschaum. Schmeckt der Espresso nicht, kann auch der Cappuccino nicht gut schmecken. Wie wir die Espresso QualitÀt in unserem Test bewerten, haben wir euch ja schon erklÀrt. Doch was macht guten Milchschaum aus?

Der Perfekte Milchschaum

Der perfekte Milchschaum hat eine leichte SĂŒĂŸe im Geschmack und eine cremige Konsistenz. Die BlĂ€schen sollten sehr fein und gleichmĂ€ĂŸig sein – die Schaumkrone leicht schimmern. Das klingt erst einmal ungewöhnlich. Wer aber so viele Cappuccini aus so vielen Vollautomaten wie wir getrunken hat, kennt die Unterschiede. 😉

ZunĂ€chst fĂŒhren wir bei jedem GetrĂ€nk unseren „Löffel-Check“ durch. Dazu nehmen etwas Milchschaum auf und ĂŒberprĂŒfen ob er beim Umdrehen am Löffel haften bleibt. Bleibt der Milchschaum hĂ€ngen, ist er auf jeden Fall nicht zu flĂŒssig.

Löffel Test bei Milchschaum vom Kaffeevollautomaten

Milchschaum im “Löffel Check” – sehr feine BlĂ€sschen

Danach machen wir den „BlĂ€schen-Check“. FĂŒr eine cremige Konsistenz mit leichtem Schimmer, mĂŒssen die BlĂ€schen möglichst fein und gleichmĂ€ĂŸig sein. Einige Vollautomaten ĂŒbertreiben mit dem Schaum. Hier erinnerte der Cappuccino eher an ein Schaumbad in der Badewanne. 

Je grĂ¶ĂŸer die einzelnen BlĂ€schen oder je mehr große Blasen dazwischen sind, desto schlechter das Ergebnis in unserem Test. Wir prĂŒfen außerdem wie lange die Schaumkrone „steht“ und wann sie in sich zusammenfĂ€llt.

Cappuccino Loeffeltest

hier sind etwas grĂ¶ĂŸere BlĂ€schen erkennbar

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die perfekte Temperatur des Milchschaums. Sie liegt zwischen 65-70°C. Wird die Milch heißer, bildet sich weniger Schaum. Im schlechtestem Fall schmeckt die Milch verbrannt. Das ist auch der Grund warum viele Kaffeevollautomaten nicht so heißen Milchschaum zu bereiten. Wir wissen, vielen von euch kann der Milchschaum nicht heiß genug sein. 😉 

Cappuccino

Der Klassiker besteht in der Regel aus einem 30 ml Espresso und der 3 bis 4-fachen Menge Milch(-schaum). Da sich das Volumen der Milch beim AufschĂ€umen verdoppelt, benötigt ihr 45-60 ml kalte Milch. Ein echter Barista bezieht zunĂ€chst einen Espresso und gibt anschließend den Milchschaum die Tasse. Dabei ist FingerspitzengefĂŒhl gefragt damit der Milchschaum leicht unter die Crema des Espressos rutscht. Der perfekte Cappuccino sieht ĂŒbrigens so aus:

Kaffeevollautomaten Test 1

Nicht umsonst werden Barista auch als KaffeekĂŒnstler bezeichnet. Diese Fingerfertigkeit kann euch ein Kaffeevollautomat natĂŒrlich nicht bieten. Es bleibt eben eine Maschine. Die meisten Vollautomaten geben zuerst Milch und Milchschaum in die Tasse. Anschließend kommt der Espresso dazu. Dadurch bilden sich die typischen zwei Espresso Punkte auf dem Milchschaum. Ein paar wenige Vollautomaten halten sich zumindest an die “erst Espresso, dann Milch(schaum)” Reihenfolge. Das kommt dem Original schon etwas nĂ€her:

Delonghi Magnifica S Smart Cappuccino

 Cappuccino aus dem Vollautomaten

Der geschmackliche Unterschied dĂŒrfte dem Leihen aber nicht weiter auffallen. Daher gibt es in unserem Test zumindest einen Bonuspunkt fĂŒr die richtige Reihenfolge.

In unserem Geschmacks-Test prĂŒfen wir, ob die Aromen des Espressos gut zum Vorschein kommen und von der leichten SĂŒĂŸe der Milch unterstrichen werden. Das heißt, die Milch darf den Espresso nicht ĂŒberlagern. Das passiert, wenn der Milchschaum zu heiß ist oder zu viel Milch verwendet wurde. In unserem Test ĂŒberprĂŒfen wir außerdem die Temperatur. Sie sollte bei 67°C liegen. Anschließend fĂŒhren wir den Löffel- und BlĂ€sschen Test durch. Der perfekte Cappuccino hat eine cremig feine Schaumkrone die mindestens 1 cm hoch ist.

Latte Macchiato

Beim Latte Macchiato kommen auf 40 ml Espresso die 5-fache Menge Milch- und Milchschaum. Sehr wichtig sind die 3 typischen Schichten. Ganz unten setzt sich die heiße Milch ab, darĂŒber der Espresso und ganz oben der leichte fluffige Schaum.  Auch beim Latte Macchiato fĂŒhren wir unseren Löffel- und BlĂ€sschen-Test durch. Hier sollte die Schaumkrone mindestens 2-3 hoch sein. Die ideale Trinktemperatur von Latte Macchiato liegt bei 60-65°C. Er ist insgesamt also etwas kĂŒhler als der Cappuccino. Das liegt daran, dass wir hier mehr Milch als heißen Espresso haben. 

Kaffeevollautomaten Test 2

Einstellungen beim Kaffeevollautomaten im Test

Gerade bei den Einstellmöglichkeiten unterscheiden sich die gĂŒnstigen von hochpreisigen Modellen. Bei Kaffeevollautomaten aus der Oberklasse könnt ihr alles Milliliter-genau einstellen und sogar persönliche Geschmacks-Profile anlegen. HĂ€ufig wird mit bis zu 25 verschiedenen GetrĂ€nken geworben. Wobei immer die Frage ist, ob ihr die wirklich alle braucht…

Wichtig ist, dass ihr den Mahlgrad feiner stellen könnt und Einfluss auf die BrĂŒhtemperatur habt. Es sollte auch möglich sein die GetrĂ€nkemenge eurer Tasse anzupassen und die KaffeestĂ€rke zu verĂ€ndern. Wir gehen jetzt alle Einstellmöglichkeiten die Kaffeevollautomaten bieten durch, damit ihr einschĂ€tzen könnt was wichtig fĂŒr euch ist.

GetrĂ€nkevielfalt – welche brauche ich?

Bei einem Kaffeevollautomaten denkt ihr bestimmt sofort an Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato. NatĂŒrlich darf auch der klassische Kaffee nicht fehlen. Mindestens diese 4 GetrĂ€nke erwarten wir von den Vollautomaten aus unserem Test. Es ist immer abwechslungsreich, wenn ein GerĂ€t noch etwas mehr zu bieten hat. Modelle mit besonders großer GetrĂ€nke Auswahl erhalten daher Extrapunkte. 

Wer gerne Kaffee mit viel Milch trinkt, der sollte Milchkaffee ausprobieren. Denn hier ist die Milch warm, wodurch euer GetrĂ€nk insgesamt heißer ist. Ihr seid eher der Cappuccino-Typ? Dann ist vielleicht der Flat White was fĂŒr euch – eine australische Variante des Cappuccinos. Wem ein normaler Espresso zu stark ist, probiert vielleicht den Espresso Macchiato mit kleiner Milchschaum Haube. Bei einer großen GetrĂ€nkeauswahl könnt ihr Experimentieren und etwas neues auszuprobieren. Je mehr GetrĂ€nke ein Vollautomat bietet, desto teurer ist er meistens. Macht die Entscheidung deshalb in erster Linie von eurem Budget abhĂ€ngig.

Lasst euch nicht von Werbeversprechen wie “30 GetrĂ€nke auf Knopfdruck” tĂ€uschen. Einige Hersteller tricksen hier gewaltig. Hier werden DoppelbezĂŒge (2 Espressi), heißes Wasser oder nur Milchschaum als zusĂ€tzliches GetrĂ€nk gezĂ€hlt. In unseren Tests schauen wir sehr genau hin. Wir erwĂ€hnen in jedem Testbericht wie viele unterschiedliche KaffeegetrĂ€nke ein Automat wirklich kann. Außerdem testen wir ob es wirklich Unterschiede im Geschmack und Konsistenz gibt. Es gibt zum Beispiel Vollautomaten die Cappuccino und Latte Macchiato exakt gleich zubereiten. Doch uns fĂ€llt alles auf… 🔎 

Viele von euch wĂŒnschen sich einen Vollautomaten der heiße Milch, z.B. fĂŒr Kakao zubereitet. Immer mehr Hersteller kommen euren Wunsch nach und ermöglichen den Bezug auf Knopfdruck. Bei anderen GerĂ€ten ist wiederum ein kleiner Trick nötig. Rein technisch ist jeder Vollautomat in der Lage heißen Milchschaum zuzubereiten – sofern er Milch fĂŒr Latte Macchiato aufschĂ€umen kann.

Je grĂ¶ĂŸer die GetrĂ€nkeauswahl, desto höher ist meistens der Preis. Behaltet euer Budget im Blick und fragt euch welche GetrĂ€nke ihr wirklich braucht. 

Mahlgrad einstellen

Der Mahlgrad beeinflusst direkt den Geschmack von Kaffee und Espresso. FĂŒr aromatischen Espresso braucht es deshalb einen gleichmĂ€ĂŸig feinen Mahlgrad. FĂŒr normalen Kaffee ist ein mittelfeiner Mahlgrad oft die bessere Wahl. Dabei kommt es auf euren Geschmack und eure Kaffeebohnen an. Eine dunkel geröstete Bohne sollte z.B. etwas gröber gemahlen werden als eine goldbraune Bohne, denn sonst wird der Kaffee eventuell bitter. Richtige Gourmets besitzen deshalb Kaffeevollautomaten mit 2 Mahlwerken mit verschiedenen Kaffeebohnen. 

Je mehr Spielraum ihr beim Mahlgrad habt, umso mehr Punkte erhĂ€lt der Vollautomat in unserem Test. Hier setzen wir mindestens 5 Stufen vorraus. Die volle Punktzahl gibt es ab 7 Stufen. Einige Modelle haben sogar mehr als 10 Stufen. Wir ĂŒberprĂŒfen auch wie leicht sich der Mahlgrad-Regler verstellen lĂ€sst. Doch nicht nur die Anzahl der Mahlgrad Stufen ist entscheidend. Die feineren Stufen sollten auch möglichst fein mahlen. Deshalb analysieren wir das Kaffeepulver auf der feinsten Mahlgrad Stufe sehr genau. 

Mahlgrad bei Kaffeevollautomaten im Test

auf feinster Stufe sollte der Mahlgrad gleichmĂ€ĂŸig fein sein

Achtung: Den Mahlgrad solltet ihr nur wĂ€hrend dem Mahlvorgang verstellen, denn sonst kann es zu SchĂ€den am Mahlwerk kommen. Bei jedem Mahlvorgang solltet ihr auch nur 1-2 Stufen verstellen. Einige Vollautomaten haben sogar eine Sperre eingebaut, die nur im Betrieb gelöst wird. So wird das Mahlwerk vor SchĂ€den geschĂŒtzt. Solche Kleinigkeiten gefallen uns immer besonders gut. Denn daran merken wir, dass der Hersteller mitdenkt. 

BrĂŒhtemperatur verstellen

FĂŒr Espresso liegt die empfohlene BrĂŒhtemperatur (nicht Trinktemperatur) zwischen 92 bis 96°C. Ist sie niedriger schmeckt er sĂ€uerlich. Ist sie höher werden mehr Bitterstoffe gelöst. Auch hier kommt es auf eure Kaffeebohnen an. Je dunkler die Röstung, desto eher solltet ihr euch den 92°C nĂ€hern. Hellere Röstungen können ruhig etwas heißer gebrĂŒht werden (maximal 96°C). Ein ausfĂŒhrliches Experiment zur Temperatur findet ihr ĂŒbrigens bei den Kaffeemacher.

Um das Optimum aus euren Kaffeebohnen herauszuholen, ist es wichtig die BrĂŒhtemperatur anzupassen. Viele Vollautomaten bieten 3 Stufen von “normal” bis “maximal” an. Hier betrĂ€gt der Unterschied meisten 3 °C. Besser wĂ€re es, wenn sich die Temperatur konkret einstellen lĂ€sst. Noch besser ist es, wenn ihr die Temperatur fĂŒr jedes GetrĂ€nk separat einstellen könnt. Mit den gleichen Kaffeebohnen schmeckt z.B. der Espresso bei 95°C am besten und der Kaffee bei 92°C. Jede Bohne ist individuell, genau wie euer Geschmack. Je genauer sich die Temperatur am Vollautomaten einstellen lĂ€sst, desto mehr Punkt gibt es. Wir ĂŒberprĂŒfen auch, ob sich tatsĂ€chlich die Temperatur der GetrĂ€nke verĂ€ndert.

Kaffeevollautomaten Temperatur Test

KaffeestÀrke anpassen

Über die KaffeestĂ€rke beeinflusst ihr die Menge des verwendeten Kaffeepulvers. Je mehr Kaffeepulver verwendet wird, desto stĂ€rker und intensiver wird euer Espresso oder Kaffee. Bei manchen GerĂ€ten wird die KaffeestĂ€rke durch Kaffeebohnen dargestellt. Bei drei Stufen steht eine Bohne fĂŒr milden und 3 Bohnen fĂŒr intensiven Espresso. 

Kaffeevollautomaten Test 3

Jeder Vollautomat sollte mindestens 3 Stufen zur Auswahl anbieten. Volle Punktzahl gibt es ab 5 Stufen. Bei einigen Modelle stehen euch sogar 20 Stufen zur VerfĂŒgung. Je mehr Stufen ihr habt, desto besser könnt ihr experimentieren.

GetrÀnkemenge Àndern

Die GetrĂ€nkemenge lĂ€sst sich bei vielen Automaten fĂŒr jedes GetrĂ€nk in drei Stufen einstellen: wenig-mittel-viel. Gerne werden zu den Stufen aber keine konkreten Milliliter gennant. Manchmal finden wir Hinweise in der Anleitung. Falls nicht, ist es anfangs schwierig einzuschĂ€tzen, welche Stufe sich fĂŒr welche Tasse eignet. Dann kann schon mal etwas schiefgehen. Wir hatten einen Vollautomaten, der unsere 200 ml Cappuccino Tasse zum Überlaufen brachte. Noch besser ist daher eine genaue Milliliter-Angabe. Doch die gibt es meistens erst bei Vollautomaten der oberen Mittelklasse.

Kaffeemenge einstellen Kaffeevollautomat Test

bei diesem GerÀt lÀsst sich die Menge sehr genau einstellen

Wir hatten sogar einen Automaten im Test bei dem wir die GetrĂ€nkemenge ĂŒberhaupt nicht verstellen konnten. Er hat uns immer die gleiche Menge Cappuccino zubereitet. Wenn die Tasse nicht voll wurde, hat man einfach Pech gehabt!? Also ein bisschen mehr Freiheit wĂŒnschen wir uns schon. Hier gab es große AbzĂŒge. Bei einem anderen GerĂ€t ließ sich die GetrĂ€nkemenge nur per Augenmaß umstĂ€ndlich umprogrammieren.

Bei Espresso beeinflusst ihr mit der GetrĂ€nkemenge die verwendete Wassermenge. Je weniger Wasser fĂŒr die gleiche Menge Kaffeepulver verwendet wird, desto intensiver wird euer Espresso. Beim VerhĂ€ltnis von Wasser zu Kaffeepulver spricht man auch von der „Brew Ratio“. Einen richtig intensiven Espresso erhaltet ihr mit folgenden Einstellungen: KaffeestĂ€rke auf Maximum und Wassermenge auf Minimum. Bestenfalls werden dann auf 10 g Kaffeepulver 30 ml Wasser verwendet. Das entspricht ziemlich genau der von Baristas empfohlenen Brew Ratio von 1:3. Beim Espresso hat die GetrĂ€nkemenge demnach auch Einfluss auf eure KaffeestĂ€rke.

Bei Cappuccino und Co. ist es anders. Hier passen die meisten Automaten die Espresso-Menge automatisch der Gesamtmenge eures fertigen GetrĂ€nks an. Damit bleibt das Espresso-Milch-VerhĂ€ltnis immer gleich. Die StĂ€rke eures Cappuccinos legt ihr dann ausschließlich ĂŒber die KaffeestĂ€rke fest.  

Milch-Espresso-VerhÀltnis Àndern

Bei machen GerĂ€ten könnt ihr bei Cappuccino & Co. das VerhĂ€ltnis von Milch und Espresso beeinflussen. Im Grunde Ă€ndert ihr dadurch das Rezept. Durch einen höheren Milchanteil habt ihr z.B. schnell aus einem Cappuccino einen kleinen Latte Macchiato gemacht. Doch nur manche Vollautomaten bieten die Freiheit das Milch-Espresso-VerhĂ€ltnis zu Ă€ndern. Einige folgen immer ihrer programmierten Rezeptur. Hier könnt ihr ausschließlich ĂŒber die KaffeestĂ€rke (Kaffeepulvermenge fĂŒr den Espresso) variieren.

Kaffeevollautomat Test

bei diesem Vollautomaten (Latte Go. 4300) lassen sich Espresso- und Milchmenge in 10-Milliliter Schritten einstellen

Ein klarer Vorteil fĂŒr GerĂ€te mit MilchdĂŒse. Denn hier mĂŒsst ihr die Milch sowieso immer selbst abmessen. Dadurch könnt ihr einfach bei der Menge variieren. Bei vollautomatischen Milchsystemen im gehobenen Preissegment lĂ€sst sich die Milch- und Espressomenge Milliliter-genau einstellen. 

Persönliche Profile & Rezepte anlegen

Ein Kaffeevollautomat wird oft von mehreren Personen gemeinsam genutzt. Er speichert immer die Einstellungen, die ihr beim letzten Bezug fĂŒr das jeweilige GetrĂ€nk vorgenommen habt. Doch gerade in großen Familien, WG’s oder BĂŒros hat jeder seine eigenen geschmacklichen Vorlieben. Demnach ist es doch praktisch, wenn sich jeder Nutzer ein eigenes Profil mit seinen Einstellungen anlegen könnte. Dadurch können KaffeestĂ€rke oder die auf die Lieblingstasse angepasste GetrĂ€nkemenge dauerhaft gespeichert und per Knopfdruck abgerufen werden. Bei manchen Vollautomaten können sogar individuelle GetrĂ€nke-Rezepte angelegt werden.

Ob ihr individuelle Profile benötigt hĂ€ngt davon ab, wie viele Personen den Vollautomaten nutzen möchten. Wenn euer Haushalt z.B. aus einem Espresso- und einem Cappuccino-Liebhaber besteht, benötigt ihr ohnehin keine Profile. Wenn mehrere Personen aber gerne das gleiche GetrĂ€nk in unterschiedlichen Einstellungen mögen, wird es schon umstĂ€ndlicher. Hier mĂŒsst ihr abwĂ€gen. Die meisten Vollautomaten mit Profilen sind im oberen Preisbereich zu finden.

Auch die Anzahl der möglichen Profile solltet ihr beachten. Ab zwei frei programmierbaren Profilen gibt es in unserem Test die volle Punktzahl. Es gibt aber auch GerĂ€te die deutlich mehr Profile bieten. Eine spannende Funktion ist, fĂŒr alle die gerne experimentieren, komplett neue GetrĂ€nke anzulegen. Dann könntet ihr z.B. einen extra starken Cappuccino mit doppeltem Espresso (60 ml) und nur 90 ml Milchschaum anlegen.

Weitere Einstellmöglichkeiten

Außer den bisher genannten Einstellmöglichkeiten gibt es noch einige weitere. Diese erwĂ€hnen wir zwar in unseren Testberichten, bewerten sie aber nur indirekt sofern sie den Geschmack beeinflussen. Einige Modelle haben z.B. eine Extra Aroma Funktion fĂŒr einen besonders intensiven Espresso Geschmack. Andere Modelle lassen euch Konsistenz und Schaum-Menge des Milchschaums zu beeinflussen.

Manche Hersteller bieten nette Extras, die fĂŒr den Ein oder Anderen nĂŒtzlich sind. Da Geschmack immer individuell ist, können sich nicht immer alle Personen auf eine Sorte Kaffeebohnen einigen. Von Vorteil ist da ein zweites Bohnenfach. Dann hat jeder die Möglichkeit seine Lieblings-Bohnen zu verwenden. Außerdem ist es sinnvoll, um Espresso mit einer dunklen Röstung und normalen Kaffee mit einer helleren Röstung zuzubereiten. Dadurch kann fĂŒr jedes GetrĂ€nk die optimale Bohne ausgewĂ€hlt werden. 

Viele Modelle bieten ein Fach fĂŒr Kaffeepulver. Das hat den Vorteil das z.B. auch entkoffeinierter Kaffee zwischendurch bezogen werden kann. Ein paar wenige Modelle haben sogar eine Kannenfunktion. Dazu werden mehrere Tassen Kaffee automatisch nacheinander bezogen. Meistens erhaltet Ihr trotzdem maximal 6 kleine Tassen bzw. 800 ml Kaffee. Kaffeevollautomaten sind durch ihre Zubereitungsmethode einfach nicht auf große Kannen ausgelegt.

Handhabung

Beim tĂ€glichen Gebrauch ist eine leichte Handhabung besonders wichtig. Deshalb prĂŒfen wir, wie leicht sich der Vollautomat bedienen lĂ€sst. DafĂŒr stellen wir uns einige Fragen, z.B. „Wie gut sind Wassertank und Bohnenfach zu erreichen?“ oder „Wie verstĂ€ndlich sind Display und die Anleitung?“  Denn im Alltag stört es, wenn der Wassertank schwer zu entnehmen ist oder der Vollautomat drei Minuten braucht bis er betriebsbereit ist. In den nĂ€chsten AbsĂ€tzen erfahrt ihr, worauf wir in unseren Tests achten.

Kaffeevollautomaten Test 4

Milchsystem

FĂŒr Cappuccino, Latte Macchiato und Co. benötigt der Vollautomat ein Milchsystem. In unserem Test unterscheiden wir grob 3 Arten: das vollautomatische Milchsystem, die manuelle MilchschaumdĂŒse und die Cappuccinatore. Die genauen Unterschiede werden wir euch jetzt vorstellen:

Vollautomatisches Milchsystem

Bei einem Kaffeevollautomaten mit vollautomatischen Milchschaumsystem mĂŒsst Ihr euch um nichts kĂŒmmern. Ihr erhaltet jedes GetrĂ€nk auf Knopfdruck. Dazu fĂŒllt ihr den MilchbehĂ€lter mit kalter Milch und setzt ihn in die Maschine ein. Nachdem ihr euer GetrĂ€nk ausgewĂ€hlt habt – z.B. Cappuccino, zieht das GerĂ€t automatisch die richtige Menge Milch, schĂ€umt sie auf und gibt sie in eure Tasse. Anschließend fĂŒgt der Vollautomat einen Espresso hinzu – fertig. Gute GerĂ€te können 2 GetrĂ€nke auf einmal zubereiten.

Da die komplette Zubereitung von der Maschine ĂŒbernommen wird habt ihr immer konstante Ergebnisse. Ein echter Vollautomat eben. 😉  Kaffeevollautomaten mit vollautomatischen Milchsystem sind zwar teurer als GerĂ€te mit MilchdĂŒse dafĂŒr aber auch deutlich bequemer.

Kaffeevollautomat Test

vollautomatisches Milchsystem – Cappuccino auf Knopfdruck

Je weniger ihr selbst machen mĂŒsst und je besser der Milchschaum, desto mehr Punkte gibt es in unserem Test. Deshalb erhalten Vollautomaten die Höchstpunktzahl, wenn sie GetrĂ€nke auf Knopfdruck in gleichbleibender QualitĂ€t zubereiten. 

MilchschaumdĂŒse

Bei einen Automaten mit MilchdĂŒse messt ihr die richtige Milch ab und gebt sie in ein KĂ€nnchen oder direkt in eure Tasse. Anschließend taucht ihr die MilchdĂŒse in die Milch und schĂ€umt sie mit heißem Wasserdampf auf. Diesen Prozess mĂŒsst ihr an der richtigen Stelle abbrechen. Je lĂ€nger ihr aufschĂ€umt, desto heißer wird die Milch. Ihr sollet solange AufschĂ€umen bis die Tasse handwarm (65-70°C) ist. Erst dann entwickelt sie eine leichte SĂŒĂŸe. Wird der Milchschaum noch heißer, fĂ€llt er zusammen oder schmeckt verbrannt. Sobald ihr mit dem AufschĂ€umen fertig seid, brecht ihr den Vorgang ab und stellt eure Tasse unter den Kaffeeauslauf. Anschließend bezieht ihr einen Espresso– fertig.

Bei den meisten Vollautomaten taucht ihr die MilchdĂŒse nur in die Milch. Den Rest erledigt der Vollautomat von selbst. Bei wenigen Modellen ist noch eine spezielle Technik nötig. Dann gibt zwei Phasen, in denen das MilchkĂ€nnchen unterschiedliche gehalten werden muss. In der Ziehphase wird Luft in die Milch gezogen. DafĂŒr muss die DĂŒse knapp unter die OberflĂ€che gehalten werden. Danach kommt die Rollphase in der die Milch „im Kreis rollt“. Dabei werden die letzten grĂ¶ĂŸeren BlĂ€schen zum Platzen gebracht. 

Das richtige AbschĂ€tzen der Milchmenge und Milchschaum Temperatur erfordern etwas Übung. Bei einer MilchdĂŒse sind mehr Handgriffe notwendig. Auch die AnfĂ€lligkeit fĂŒr Fehler ist hier höher. Im direktem Vergleich sind vollautomatische Systeme einfacher zu bedienen. Andererseits sind Kaffeeautomaten mit MilchdĂŒse gĂŒnstiger.

Mit einer MilchdĂŒse ist es schwerer gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen. Inzwischen gibt es ein Modell von SIEMENS – den EQ.300, wo ihr nur noch die Milch abmessen mĂŒsst. Das GerĂ€t schĂ€umt sie dann von alleine auf und bricht den Prozess selbst ab. Anschließend wird automatisch der Espresso ins Glas gegeben.

Vollautomaten im Test

bei einer MilchdĂŒse mĂŒsst ihr die Milch vorher abmessen

Kaffeevollautomaten im Test MilchdĂŒse

anschließend haltet ihr die MilchdĂŒse in die Milch

Cappuccinatore

Eine Cappuccinatore ist ein Schlauch den ihr einfach in eure Milchpackung taucht. Der Vollautomat saugt die richtige Menge Milch an, schĂ€umt sie auf und leitet sie anschließend in eure Tasse. Danach schiebt ihr die Tasse unter den Kaffeeauslauf und bezieht einen Espresso. Fertig ist euer GetrĂ€nk. Hier ist meistens nur noch ein zweiter Handgriff notwendig. Das AbschĂ€tzen der Milchmenge und Temperatur ĂŒbernimmt der Cappuccinatore fĂŒr euch.

Es gibt Cappuccinatoren bei denen ihr nicht nochmal eure Tasse verstellen mĂŒsst, da sie sich gleichzeitig unter Milch- und  Kaffeeauslauf befindet. im Prinzip gleicht das dem vollautomatischen Milchsystem. Gleichzeitig gibt es auch Cappuccinatoren, die nicht automatisch die richtige Menge Milch ansaugen. Hier mĂŒsst ihr den Vorgang nach Augenmaß selbst abbrechen. Ihr seht: bei Vollautomaten mit Cappuccinatore mĂŒssen wir sehr genau hinsehen.  

Bohnenfach

Im Bohnenfach sollte es trocken, dunkel und nicht zu warm sein. Denn Luft, Licht, Hitze und Feuchtigkeit schaden auf Dauer dem Aroma eurer Bohnen. Das perfekte Bohnenfach hat daher einen gummierten Rand und einen abgedunkelten Deckel. Im Betrieb heizen Vollautomaten ziemlich auf. Damit möglichst wenig WĂ€rme zu den Bohnen gelangt, sollte das Bohnenfach gut abgeschirmt sein. Je besser die Bohnen geschĂŒtzt sind, desto besser schneidet das Bohnenfach in unserem Test ab.

Wir ĂŒberprĂŒfen auch das Fassungsvolumen des Bohnenfachs. Hier sollten mindestens 250 g Kaffeebohnen ihren Platz finden. Das Bohnenfach sollte gut zu erreichen sein und eine große Öffnung haben. Außerdem schauen wir, ob die Bohnen von allein in Richtung des Mahlwerks nachrutschen und keine Bohnen irgendwo festklemmen können.

Bohnenfach im Kaffeevollautomaten Test

dieses Bohnenfach ist schön groß

Kaffeevollautomat Test

dieses Bohnenfach ist recht klein und lĂ€sst sich daher nicht so gut befĂŒllen

Wassertank

Den Wassertank mĂŒsst ihr tĂ€glich oder spĂ€testens jeden zweiten Tag auffĂŒllen. Zumindest wenn ihr den Vollautomaten so oft nutzt wie wir. Neben den GetrĂ€nken verbrauchen auch die SpĂŒlvorgĂ€nge immer wieder Wasser. Der Wassertank muss daher gut zu erreichen und leicht zu entnehmen sein. Es sollten auch mindestens 1,5 Liter in den Tank passen damit ihr nicht stĂ€ndig nachfĂŒllen mĂŒsst.

Am besten ist es, wenn der Tank nach vorne herausgezogen werden kann. Dann ist kein zusĂ€tzlicher Platz rund um die Maschine nötig. Oft lĂ€sst sich der Wassertank von der Seite oder nach oben hin entnehmen. DafĂŒr braucht es etwas mehr Platz, was in unserem Test zu leichten AbzĂŒgen fĂŒhrt. Falls der Tank schwer zu erreichen ist oder sich schlecht entnehmen lĂ€sst gibt es entsprechend weniger Punkte. FĂŒr einen fest verbauten Tank gibt es kaum Punkte, denn dann ist das BefĂŒllen sehr umstĂ€ndlich.

Wassertank vom Kaffeevollautomaten

 dieser Wassertank lĂ€sst sich gut vorne am GerĂ€t befĂŒllen

Kaffeevollautomat Wassertank

bei diesem GerĂ€t ist er etwas ungĂŒnstig auf der RĂŒckseite gelegen

MilchbehÀlter

Genau wie der Wassertank sollte der MilchbehĂ€lter am besten weit vorne am Vollautomaten angebracht sein. Wir testen bei jeden Kaffeevollautomaten, wie gut der BehĂ€lter erreichbar ist und wie leicht er sich anbringen und befĂŒllen lĂ€sst. Das Fassungsvolumen sollte mindestens fĂŒr 3-4 GetrĂ€nke mit Milchschaum reichen. Ideal ist es, wenn der MilchbehĂ€lter luftdicht verschlossen ist und nach dem Bezug einfach in den KĂŒhlschrank gestellt werden kann.

Nicht alle Vollautomaten haben einen MilchbehĂ€lter. GerĂ€te mit MilchdĂŒse brauchen logischerweise keinen. Hier prĂŒfen wir, wie leicht die MilchdĂŒse zu erreichen und zu bedienen ist. Damit ihr die Milch richtig aufschĂ€umen könnt, muss die DĂŒse gut mit dem MilchkĂ€nnchen oder der Tasse erreichbar sein. Pluspunkte gibt es, wenn sich die DĂŒse nach außen drehen lĂ€sst. Dann ist auch Platz fĂŒr große MilchkĂ€nnchen.

Milchtank Kaffeevollautomaten Test

 dieser MilchbehĂ€lter ist gut erreichbar, leicht zu entnehmen und passt in jede KĂŒhlschranktĂŒr

Kaffeevollautomat MilchbehÀlter

 dieser Vollautomat hat eher einen kleinen MilchbehĂ€lter, der fĂŒr 2 GetrĂ€nke reicht

Kaffeeauslauf

Mit einem Kaffeevollautomaten könnt ihr kleine Espressi und große Latte Macchiato zubereiten. Wahrscheinlich habt ihr dann kleine Espresso Tassen und große GlĂ€ser fĂŒr Latte Macchiato, z.B. den typischen IKEA Pokal. 😉 Damit an der kleinen Tasse nichts vorbei spritzt und auch das große Glas noch darunter passt, muss der Kaffeeauslauf in der Höhe verstellbar sein.

Wir haben festgestellt das 7-14 cm perfekt sind. Der Kaffeeauslauf sollte sich also ungefĂ€hr in diesem Bereich verstellen lassen. Spritzt trotzdem etwas vorbei oder passen unsere GlĂ€ser nicht richtig unter den Auslauf, gibt es AbzĂŒge fĂŒr den Kaffeevollautomaten in unserem Test. 

Kaffeeauslauf Kaffeevollautomaten Test

guter Kaffeeauslauf bei Espresso

Kaffeevollautomaten im Test

 bei diesem Latte Macchiato Glas wird es schon eng bei einer Milchschaum-Haube

Zubereitungszeit

Alle uns bekannten Kaffeevollautomaten fĂŒhren nach dem Einschalten einen kurzen SpĂŒlgang durch und heizen auf. Im Idealfall dauert es nur eine Minute, bis wir das erste GetrĂ€nk beziehen können. Dauert es lĂ€nger gibt es PunktabzĂŒge. Gerade morgens habt ihr nicht viel Zeit  auf euren Kaffee zu warten.

FĂŒr Espresso, Kaffee & Co. besteht die Zubereitung nur aus dem Mahlvorgang und der Extraktion. FĂŒr einen Espresso mit ca. 40 ml sollte das GerĂ€t, inklusive Mahlvorgang, nicht lĂ€nger als 45 Sekunden benötigen. Einen Kaffee oder Americano erwarten wir in maximal einer Minute in unserer Tasse. FĂŒr Cappuccino oder Latte Macchiato muss zusĂ€tzlich Milch aufgeschĂ€umt werden. Das dauert natĂŒrlich etwas lĂ€nger. In unserem Test geben wir den Vollautomaten fĂŒr MilchgetrĂ€nke bis zu 2 Minuten Zeit. Falls es lĂ€nger dauert gibt es nach und nach AbzĂŒge.

Wenn mehrere GetrĂ€nke ohne Verzögerung nacheinander bezogen werden können gibt es einen Pluspunkt. Einige Vollautomaten mĂŒssen z.B. immer wieder nachheizen. Das stört, besonders wenn ihr Besuch habt und gemeinsam Kaffee trinken wollt. Bei einigen Vollautomaten können mehrere GetrĂ€nke gleichzeitig bezogen werden. Dann nutzt ihr zwei Tassen und könnt zwei Espressi oder zwei Kaffee auf einmal brĂŒhen. Vollautomaten aus der Oberklasse können euch sogar zwei Cappuccino oder Latte Macchiato auf einmal zubereiten. FĂŒr diese besondere Funktion gibt es in unserem Test einen Bonuspunkt.

GetrÀnk:Zubereitungszeit:
Espresso45 Sek.
Kaffee60 Sek.
Cappuccino120 Sek.
Latte Macchiato120 Sek.

Display & Anleitung

Ein verstÀndliches Display ist intuitiv bedienbar. Wir schauen uns daher jeden Vollautomaten an, ohne vorher die Anleitung zu lesen. Besonders wichtig ist uns eine klare Beschriftung und eine sinnvolle Anordnung der verschiedenen Funktionen. Am besten finden wir Displays mit klarer Textanzeige. Die Grundeinstellungen, wie z.B. KaffeestÀrke, GetrÀnkemenge und Mahlgrad, sollten sofort verstÀndlich sein. Blicken selbst wir mit unserer Erfahrung nicht durch, gibt es weniger Punkte.

Das Display wird von euch jeden Tag benutzt. Die einzelnen Knöpfe, Touch-Elemente und/oder Drehregler sollten daher ausreichend groß und leicht zu bedienen sein. FĂŒr sehr kleine oder wacklige Knöpfe gibt es entsprechend weniger Punkte. Ideal sind große Knöpfe mit einem klaren Druckpunkt oder Touch-Knöpfe, die auch bei feuchten Finger reagieren. 

Außerdem muss das Display gut von oben zu lesen sein. Der Vollautomat steht bei den meisten auf der ArbeitsflĂ€che in der KĂŒche. Ihr schaut beim Bedienen also leicht nach unten. Das Display sollte daher schrĂ€g sein oder komplett nach oben zeigen und nicht nur von vorne lesbar sein. Sonst mĂŒsst ihr euch jedes Mal bĂŒcken.

FĂŒr manche Fragen brauchen wir frĂŒher oder spĂ€ter mit Sicherheit die Anleitung. Wie wird der Vollautomat entkalkt? Wie wird die BrĂŒhtemperatur angepasst? Das sind typische Situationen. Daher schauen wir uns die Anleitung genau an. Wenn sie in einfachen, verstĂ€ndlichen SĂ€tzen formuliert und an wichtigen Stellen durch Bilder ergĂ€nzt ist gibt es viele Punkte. Von umstĂ€ndlichen Formulierungen und unnötigen Fachbegriffen sind wir nicht so begeistert.  

Display von Kaffeevollautomaten im Test

 sehr verstĂ€ndliches Display mit großen Symbolen und klarer Beschriftung

Vollautomat im Test

bei diesem Vollautomaten ist es schon schwieriger

Bedienung

Eine automatische Abschaltung ist uns sehr wichtig, um Strom zu sparen und die Umwelt zu schonen. Ein Vollautomat der dauerhaft angeschaltet ist, bleibt auch immer betriebsbereit. Das heißt, er heizt immer mal wieder auf, damit das Wasser heiß genug fĂŒr einen BrĂŒhvorgang bleibt.

Eure BedĂŒrfnisse sind natĂŒrlich sehr unterschiedlich. Je nach Kaffeekonsum wird alle halbe Stunde oder nur alle 5 Stunden ein GetrĂ€nk bezogen. Im ersten Fall kann der Vollautomat dauerhaft angeschaltet bleiben. Im zweiten Haushalt sollte er sich nach 15 oder 30 Minuten automatisch ausschalten. Sonst verbraucht er mehr als 4 Stunden unnötig Strom. Es ist daher wichtig, dass der Vollautomat ĂŒber eine programmierbare Abschaltfunktion verfĂŒgt. Je genauer ihr sie einschalten könnt, desto besser fĂŒr eure Stromrechnung und die Umwelt.

Ein weiterer Punkt in unserem Test sind Fehlermeldungen.  Falls der Vollautomat einmal streikt, muss sofort klar sein woran es liegt. FĂŒr typische „Fehler“ wie einen leeren Wassertank oder eine nötige Entkalkung sollte es eindeutige Hinweise geben, z.B. eine rot leuchtende LED. Das gehört unseres Wissens bei allen GerĂ€ten zum Standard. Falls ein Automat sich nicht klar ausdrĂŒckt, gibt es AbzĂŒge.

Fehlermeldung bei Vollautomat

dieser Vollautomat gibt einen klaren Hinweis

Vollautomat Test

bei diesen Fehlermeldungen ist eine Anleitung notwendig

Wenn der Kaffeevollautomat auch per App gesteuert werden kann, gibt es in unserem Test einen Bonuspunkt. Das ist sehr praktisch, z.B. zum Individualisieren von GetrĂ€nken. Auch eine Tassenheizung erleichtert die Handhabung. Einige Modelle nutzen heißen Wasserdampf und Abluft, um eure Tassen vorzuwĂ€rmen. Zugegeben, das funktioniert bei manchen GerĂ€ten nur bedingt. Aber eine lauwarme Tasse ist trotzdem besser als eine kalte. 

QualitÀt

Ein guter Kaffeevollautomat sollte möglichst lange halten. Deshalb schauen wir uns die QualitĂ€t und Verarbeitung der GerĂ€te sehr genau an. Macht das GerĂ€t einen robusten Eindruck oder ist es eher klapprig? Auch das Innenleben interessiert uns. Ein großes Thema bei Vollautomaten ist deren LautstĂ€rke. Daher ĂŒberprĂŒfen wir wie laut Mahlwerk und Milchsystem wirklich sind.

Mahlwerk

GrundsĂ€tzlich gibt es drei Arten von Mahlwerken: Schlag-, Kegel- und Scheibenmahlwerke. Diese unterscheiden sich in Form und Funktion. Ein Schlagmahlwerk kennt ihr sicher von einem Standmixer. Rotierende Klingen zerkleinern alles unter hoher Drehzahl. FĂŒr einen Vollautomaten sind solche Mahlwerke nicht geeignet. Denn das Kaffeepulver wird hier nicht gleichmĂ€ĂŸig fein und es entsteht viel Hitze (schlecht fĂŒr Aroma). Deshalb besitzen nur noch wenige Vollautomaten ein Schlagmahlwerk. HĂ€ufig sind es Ă€ltere Modelle. Falls wir in unserem Test irgendwann ein GerĂ€t mit Schlagmahlwerk haben, gibt es keine Punkte.

Wesentlich besser geeignet sind Kegel- und Scheibenmahlwerke. Sie arbeiten bei niedrigerer Drehzahl und sind dadurch wesentlich leiser. Außerdem wird das Kaffeepulver deutlich feiner und gleichmĂ€ĂŸiger gemahlen. Beide Mahlwerke gibt es aus Keramik oder gehĂ€rtetem Stahl. Keramik ist meistens in teureren Vollautomaten verbaut und wird gern als „Premium“ beworben. In unseren Tests haben wir jedoch festgestellt, dass es weniger auf das Material sondern vielmehr auf die Verarbeitung ankommt. Es gibt gute und weniger gute Mahlwerke. Ob Keramik oder Stahl macht da keinen Unterschied.

Deshalb konzentrieren wir uns beim Mahlwerk ĂŒberwiegend auf das Mahlgut. Dazu stellen wir das Mahlwerk möglichst fein ein und entnehmen spĂ€ter einen Kaffeepuck. Anschließend lassen wir ihn an der Luft trocknen, zerkleinern und analysieren ihn im Detail. Je feiner und gleichmĂ€ĂŸiger das Kaffeepulver, desto besser fĂ€llt unsere Bewertung aus.

Kaffeevollautomaten Test

Kegelmahlwerk aus gehÀrtetem Stahl

Kaffeevollautomaten Test 5

Kaffeesatz lesen 😉

LautstÀrke

Die LautstĂ€rke des Mahlwerks ist meistens ein wichtiges Kriterium fĂŒr euch. Wer noch nie ein elektrisches Mahlwerk gehört hat, dem erscheint ein Vollautomat im ersten Moment etwas laut. Auch zwischen den einzelnen Modellen gibt es recht große Unterschiede. Unserer Erfahrung nach sind ca. 70 Dezibel normal. Zum Vergleich: ein Standmixer erreicht sogar bis zu 90 Dezibel. Kaffeevollautomaten sind also deutlich leiser. Je hochwertiger das Mahlwerk und die Verarbeitung des GehĂ€uses, desto leiser ist der Automat im Betrieb. Inzwischen gibt es sogar recht leise Vollautomaten mit ca. 60 Dezibel. Bis maximal 70 Dezibel gibt es die volle Punktzahl in unserem Test. Je weiter die LautstĂ€rke darĂŒber liegt, desto weniger Punkte erhĂ€lt das GerĂ€t.

Auch beim Milch-AufschĂ€umen entsteht anfangs ein kurzes lautes Zischen, wenn heißer Wasserdampf auf kalte Milch trifft. Nach 1-2 Sekunden wird es deutlich leiser. Im Durchschnitt ist das Milchsystem mit rund 65 Dezibel leiser als das Mahlwerk. DafĂŒr vergeben wir die volle Punktzahl. DarĂŒber gibt es wieder stufenweise AbzĂŒge. In unserem Test messen wir die LautstĂ€rke von Mahlwerk und Milchsystem immer aus gleicher Entfernung und in gleicher Umgebung. So können wir die verschiedenen Modelle direkt miteinander vergleichen. 

Generelle Verarbeitung  

Die QualitĂ€t des GehĂ€uses ist fĂŒr den ersten optischen Eindruck aber auch eure langfristige Zufriedenheit wichtig. Alle Einzelteile mĂŒssen lĂŒckenlos zusammenpassen, sollten nicht klemmen und robust verarbeitet sein. Je nach Preisklasse besteht ein Vollautomat aus ĂŒberwiegend Kunststoff oder Edelstahl.

Pauschal ist Kunststoff aber nicht schlechter als Stahl. Es gibt hochwertigen Kunststoff aber auch weniger guten Stahl. Aus diesem Grund schauen wir uns alles immer im Detail an. Passen alle Teile gut zueinander? Verkratzt das Abtropfgitter leicht? Klappert das GehÀuse, wÀhrend des Mahlvorgangs? Gibt es Teile die mit der Zeit abbrechen könnten?

Auch das Innenleben der GerĂ€te schauen wir uns nĂ€her an. Dazu zĂ€hlt vor allem das HerzstĂŒck des Vollautomatens – die BrĂŒhgruppe. Hier sollten Scharniere und Schienen bestenfalls aus Edelstahl sein um möglichst lange zu halten. Denn diese Teile werden tĂ€glich beansprucht und sollten daher besonders robust sein.

bester Kaffeevollautomat aus Edelstahl

bei dieser BrĂŒhgruppe sind wichtige Teile aus Edelstahl

BrĂŒhgruppe vom Kaffeevollautomaten im Test

diese BrĂŒhgruppe besteht ausschließlich aus Kunststoff

Reinigung

Euren Kaffeevollautomaten solltet ihr regelmĂ€ĂŸig reinigen. Ansonsten beeinflussen Kalk und Kaffeepulverreste den Geschmack eures Espressos. Außerdem kann das GerĂ€t schneller kaputt gehen. Aber wer macht schon gerne sauber? FĂŒr die meisten ist es ein leidiges Thema. Deshalb schauen wir uns bei jedem GerĂ€t an wie aufwendig die Reinigung ist. Viele Vollautomaten versuchen euch die Arbeit durch automatische Reinigungsprogramme zu erleichtern. Doch wie viel taugen diese Programme wirklich?

Automatischer SpĂŒlvorgang 

Nach jedem BrĂŒhvorgang befindet sich immer noch etwas Kaffeepulver in der BrĂŒhkammer. Auch im Kaffeeauslauf bleiben immer ein paar Tropfen Espresso hĂ€ngen. Deshalb fĂŒhren Vollautomaten bei jeden Ein-und Ausschalten einen automatischen SpĂŒlvorgang durch. Dadurch werden SchlĂ€uche und die BrĂŒhkammer sauber gehalten. Schließlich wollen wir keinen alten Espresso in unserer Tasse der schlimmstenfalls ranzig schmeckt. 

Kaffeevollautomaten Test 6

automatischer SpĂŒlvorgang mit heißem Wasser

Wir ĂŒberprĂŒfen in unserem Test, ob das GerĂ€t immer einen grĂŒndlichen SpĂŒlgang macht. Bei manchen Vollautomaten ist uns aufgefallen, dass das Wasser nicht wieder komplett aus den SchlĂ€uchen lĂ€uft. Dann tropfen beim ersten Bezug noch ein paar Tropfen sauberes Wasser in die Tasse. Da sind wir vielleicht etwas kritisch, aber das gefĂ€llt uns nicht und gibt daher AbzĂŒge.

Milchsystem reinigen 

Das Milchsystem ist besonders wichtig, denn hier setzen sich schnell Bakterien fest. Deshalb solltet ihr alle Teile, die mit der Milch in BerĂŒhrung kommen, tĂ€glich reinigen. In unseren Tests schauen wir sehr genau hin, wie leicht sich das Milchsystem reinigen lĂ€sst. Es ist immer besser, wenn möglichst wenige SchlĂ€uche vorhanden sind. Hier sind Vollautomaten mit MilchdĂŒse besonders praktisch, denn die DĂŒse könnt ihr einfach abnehmen, auseinander bauen und durchspĂŒlen. 

Kaffeevollautomaten Test 7

die MilchdĂŒse lĂ€sst sich einfach abnehmen und reinigen

Bei einem vollautomatischen Milchsystem habt ihr meistens einen MilchbehĂ€lter mit einem Schlauch der die Milch ansaugt. Im GerĂ€t selbst wird die Milch mit Wasserdampf aufgeschĂ€umt und ĂŒber den Milchauslass in die Tasse geleitet. Hier sind wesentlich mehr Teile im Spiel. Diese Vollautomaten besitzen hĂ€ufig ein automatisches Reinigungssystem, bei dem nach jedem Bezug heißer Wasserdampf durch das System gestoßen wird. Außerdem werden jedem Ein- und Ausschalten die Leitungen mit heißem Wasser durchgespĂŒlt. 

Nicht immer funktionieren diese Reinigungsprogramme zuverlĂ€ssig. Wir hatten schon GerĂ€te wo sich trotzdem noch Milchreste im System befanden. Deshalb ist es immer besser, wenn SchlĂ€uche entnehmbar sind um sie grĂŒndlich zu reinigen. Idealerweise dĂŒrfen sie in die SpĂŒlmaschine. Je einfacher das Milchsystem zu reinigen ist, desto mehr Punkte erhĂ€lt der Automat in unserem Test. 

Falls ihr einen Vollautomaten mit MilchbehĂ€lter habt, sollte auch dieser regelmĂ€ĂŸig gereinigt werden. Am besten fĂŒllt ihr den MilchbehĂ€lter einmal komplett mit frischer Milch auf. Keinesfalls solltet ihr immer wieder Milch nachfĂŒllen. Im Idealfall ist der BehĂ€lter luftdicht verschlossen und kann bis zu 3 Tage im KĂŒhlschrank gelagert werden. Nachdem ihr die Milch komplett verbraucht habt, spĂŒlt ihr den BehĂ€lter grĂŒndlich mit heißem Wasser aus. Einige BehĂ€lter dĂŒrfen sogar in der SpĂŒlmaschine. Danach fĂŒllt ihr ihn wieder komplett mit Milch auf. Einfacher sind hier GerĂ€te mit Cappuccinatore – bei denen ihr nur einen Schlauch in eure Milchpackung steckt. Hier spart ihr euch die Reinigung des MilchbehĂ€lters.

TresterbehÀlter und Abtropfwanne

Die Auffangschalen fĂŒr Kaffeepucks und Wasser mĂŒsst ihr regelmĂ€ĂŸig leeren. Sobald der BehĂ€lter fĂŒr Kaffeepucks voll ist, erscheint meistens ein Hinweis im Display. Die Abtropfwanne fĂŒr SpĂŒlwasser hat oft einen kleinen „Schwimmer“. Wenn er durch das Abtropfgitter nach oben guckt, ist die Schale voll. 

Delonghi Magnifica S Kaffeepucks im Kaffeesatzbehaelter

voller TresterbehĂ€lter und volle Abtropfwanne mit roten “Schwimmer”

Nach spĂ€testens 3 Tagen solltet ihr die Abtropfwanne ausleeren. Andernfalls bildet sich eine schmierige Schicht. Nach einer Woche schimmeln eventuell die ersten Kaffeepucks. Deshalb solltet ihr unbedingt beides leeren bevor ihr in den Urlaub oder auf GeschĂ€ftsreise fahrt. In unserem Test ĂŒberprĂŒfen wir, ob SpĂŒlwasser und Kaffeepucks schön sĂ€uberlich getrennt werden. Bei einigen GerĂ€ten landen nĂ€mlich im Innenraum oder in der Abtropfschale Kaffeereste, die dort nicht hingehören. Das erschwert die Reinigung. 

Bei fast allen Kaffeevollautomaten lassen sich Abtropfwanne und KaffeesatzbehĂ€lter zusammen nach vorne herausziehen. Ihr solltet immer beide Schalen gleichzeitig leeren und nur wenn der Vollautomat eingeschaltet ist. Das GerĂ€t zĂ€hlt nĂ€mlich die Kaffeepucks und setzt den ZĂ€hler zurĂŒck, sobald ihr die Schalen lĂ€nger als 5 Sekunden herauszieht. Leert ihr nur die Wasserschale und nicht den KaffeesatzbehĂ€lter, kommen viele Vollautomaten durcheinander. Dann lĂ€uft der BehĂ€lter ĂŒber und ihr bekommt keinen Hinweis.

Kaffeevollautomaten im Test

die BehÀlter lassen sich meistens komplett herausnehmen

Sobald ihr die BehĂ€lter geleert habt, solltet ihr sie kurz mit SpĂŒlmittel reinigen. Bei einigen Modellen dĂŒrfen sie sogar in die SpĂŒlmaschine. Das ist sehr praktisch und gibt Pluspunkte. Manche BehĂ€lter haben Ecken, die nur schwer mit einem Schwamm zu erreichen sind. Manche GerĂ€te melden sich erst, wenn die Schalen randvoll sind. Dann wird der Weg zum SpĂŒlbecken seeeehr weit. Andere melden sich viel zu frĂŒh. DafĂŒr gibt es natĂŒrlich weniger Punkte in unserem Test. Wir beurteilen nicht nur den Reinigungsaufwand sondern auch die „Gefahr“ das etwas schief gehen könnte.

BrĂŒhgruppe reinigen

In der BrĂŒhgruppe wird das frisch gemahlene Kaffeepulver zu einem Puck verdichtet. Anschließend wird heißes Wasser unter hohem Druck durch den Kaffeepuck gepresst und euer Espresso gebrĂŒht. Danach wird der Puck ĂŒber eine Mechanik in den TresterbehĂ€lter geschoben.

Doch es wird leider nicht immer der komplette Puck entsorgt. Manchmal bleiben kleine Mengen Kaffeepulver in der BrĂŒhgruppe hĂ€ngen. Damit Ă€lteres Kaffeepulver nicht den Geschmack beeinflusst, solltet ihr die BrĂŒhgruppe mindestens 1x pro Woche mit klarem Wasser abzuspĂŒlen. Danach lasst ihr sie komplett an der Luft trocknen.

Kaffeevollautomaten Test 8

die BrĂŒhgruppe solltet ihr wöchentlich mit klarem Wasser spĂŒlen

In unserem Test schauen wir zuerst, ob und wie leicht sich die BrĂŒhgruppe entnehmen lĂ€sst. Bei einigen Herstellern (z.B. Jura) ist sie fest verbaut und kann nur ĂŒber ein automatisches Reinigungsprogramm gesĂ€ubert werden. Unserer Erfahrung nach bleiben aber immer Kaffeereste zurĂŒck. Deshalb sind Kaffeevollautomaten mit entnehmbarer BrĂŒhgruppe immer vorzuziehen. 

Am besten sind BrĂŒhgruppen ohne viele Ecken und Kanten, damit sich nur wenig Kaffeepulver festsetzen kann. Bei manchen Modellen benötigen wir eine ZahnbĂŒrste oder einen Pinsel. Bei anderen reicht etwas Wasser und ein feuchtes Tuch. Je aufwendiger die Reinigung der BrĂŒhgruppe desto weniger Punkte erhĂ€lt das GerĂ€t in unserem Test. 

Entkalken

In vielen StĂ€dten ist das Leitungswasser sehr kalkhaltig. Wir alle kennen KalkrĂ€nder am Wasserhahn. Mit der Zeit setzt sich Kalk auch in den SchlĂ€uchen und im Wassertank von Kaffeevollautomaten fest. Das kann zu verschiedenen Problemen fĂŒhren. Entweder ist das Wasser beim BrĂŒhvorgang nicht mehr heiß genug oder es bildet sich zu viel Wasserdampf. Wenn ihr viele Jahre guten Kaffee genießen wollt, ist regelmĂ€ĂŸiges Entkalken Pflicht.

Uns ist wichtig, dass die Hersteller die Entkalkung genau erklĂ€ren. Ein automatischer Hinweis wann entkalkt werden muss zĂ€hlt fĂŒr uns ebenso zum Standard. Denn sonst wĂŒrden es die meisten von uns mit Sicherheit vergessen. Damit das möglich ist, muss sich die WasserhĂ€rte einstellen lassen. In der Anleitung sollte beschrieben werden, wie das funktioniert.

Doch woher wissen wir ĂŒberhaupt wie hart das Wasser ist? Wir wollen keine ungefĂ€hren SchĂ€tzungen vom Wasserwerk, sondern den genauen HĂ€rtegrad ermitteln. DafĂŒr erwarten wir einen Teststreifen im Lieferumfang.

FrĂŒher oder spĂ€ter ist es dann soweit – es muss entkalkt werden. Um den Aufwand einzuschĂ€tzen, stellen wir uns verschiedene Fragen. Zum Beispiel fragen wir uns: Wie lange dauert die Entkalkung? Wie oft muss Wasser nachgefĂŒllt werden? Wie oft muss aktiv eingegriffen werden? Mit den Antworten auf diese und weitere Fragen können wir gut einschĂ€tzen, wie hoch der Aufwand im Vergleich zu anderen Vollautomaten ist.

Damit ihr seltener entkalken mĂŒsst, bieten viele Hersteller einen passenden Wasserfilter an. Dieser wird in den Wassertank eingesetzt und filtert das Wasser noch bevor es in sensible Bereiche gelangt. Ein solcher Anschluss zĂ€hlt heute zum Standard. Einige Hersteller liefern den ersten Filter mit. Falls wir ein Modell ohne Anschluss fĂŒr einen Wasserfilter finden, gibt es in unserem Test weniger Punkte.

Wir nutzen immer einen Tischwasserfilter bevor wir das Wasser in den Wassertank fĂŒllen. Unser Wasser hat dann den optimalen HĂ€rtegrad (7-8°dH). Deshalb benötigen wir keinen zusĂ€tzlichen Filter im Tank. 

Wassertank reinigen

Der Wassertank eures Vollautomatens wird stĂ€ndig mit Leitungswasser gefĂŒllt. Auch hier sammelt sich ĂŒber die Zeit Kalk an, der weiße RĂ€nder verursacht. Wenn das Wasser mehrere Tage ohne Bewegung steht, kann sich auch ein Schmierfilm bilden. Um das zu verhindern solltet ihr nur frisches, kaltes Wasser einfĂŒllen und den Tank regelmĂ€ĂŸig auswischen.

Die meisten Wassertanks sind jedoch schmal und lang. Mit großen HĂ€nden wird es bei manchen GerĂ€ten eng. Besser gefallen uns große runde Tanks. In unserem Test schauen wir uns an, wie leicht sich der Tank reinigen lĂ€sst. Bestenfalls darf er sogar in die SpĂŒlmaschine. Deutliche AbzĂŒge gibt es, wenn sich der Tank nicht entnehmen lĂ€sst oder die Öffnung zu klein ist.

Kaffeevollautomaten Test 9

recht schmaler Wasserfilter

Was ist ein Kaffeevollautomat?

Ausstattung nach Preisbereichen

Kaffeevollautomaten lassen sich grob in vier Preisbereiche einteilen. Die gĂŒnstigsten Modelle sind fĂŒr rund 300 Euro zu bekommen. Ein großer Teil des Angebots spielt sich im mittleren Preisbereich von 500 bis 700 Euro ab. Im Premium-Segment ĂŒber 700 Euro kommt immer mehr Edelstahl zum Einsatz und ihr könnt z.B. alles per App steuern und viele Profile anlegen. Im Luxus-Segment ĂŒber 1.000 Euro gibt es dann Vollautomaten, bei denen ihr wirklich alles genau einstellen könnt, z.B. die BrĂŒhgeschwindigkeit. Einige Modelle haben auch zwei BohnenfĂ€cher oder Mahlwerke.

Doch was könnt Ihr im jeweilige Preisbereich ungefÀhr von einem Kaffeevollautomaten erwarten? Diese Frage werden wir jetzt klÀren.

Kaffeevollautomaten fĂŒr ca. 300 Euro

Ein Vollautomat fĂŒr ca. 300 Euro liefert euch meistens zwei GetrĂ€nke auf Knopfdruck, einen Espresso und einen CaffĂ© Crema (große Tasse Kaffee). Den Milchschaum, um aus dem Espresso einen Cappuccino zu machen, mĂŒsst ihr manuell ĂŒber die MilchschaumdĂŒse zubereiten. Das ist der Standard. Der Melitta Caffeo Solo & Perfect Milk* hat einen Cappuccinatore und bereitet Milchschaum auf Knopfdruck. Das ist eher die Ausnahme.

In diesem Preisbereich wird ĂŒberwiegend Kunststoff verwendet, der Edelstahl-Anteil ist eher gering. Das hat aber nicht unbedingt Auswirkungen auf die QualitĂ€t. Verschiedene Profile, z.B. fĂŒr dich und deinen Partner, könnt ihr nicht anlegen. Das Mahlwerk ist bei gĂŒnstigen Kaffeevollautomaten meist aus gehĂ€rtetem Stahl – laut Experten ist Keramik etwas leiser. In unserem Test hat sich das nicht immer bestĂ€tigt. 

Kaffeevollautomaten fĂŒr ca. 500-700 Euro

Mit einem Kaffeevollautomaten aus dem mittleren Preissegment könnt ihr 4 bis 8 GetrĂ€nke per Knopfdruck beziehen. Neben Espresso und CaffĂ© Crema sind als erstes immer Cappuccino und Latte Macchiato mit an Bord. Außerdem gibt es oft einen Americano, CafĂ© au Lait oder Ristretto.

Der Milchschaum wird durch ein vollautomatisches Milchsystem erzeugt und direkt in eure Tasse geleitet. Den mitgelieferten MilchbehĂ€lter könnt ihr nach dem Bezug einfach in den KĂŒhlschrank stellen. Nur selten kommt in diesem Preissegment ein halbautomatisches Cappuccinatore-System zum Einsatz.

FĂŒr die GehĂ€use-Front werden entweder hochwertiger Kunststoff oder Edelstahl verwendet. Nur wenige Modelle kommen mit mehr Edelstahl als Kunststoff daher. DafĂŒr könnt ihr bei den meisten Vollautomaten 2 oder 4 verschiedene individuelle Profile anlegen. Sehr beliebt in dieser Preisklasse ist der Philips LatteGo EP5441/50*. Er kann 12 KaffeegetrĂ€nke auf Knopfdruck zubereiten und ihr könnt 4 individuelle Profile anlegen.

Kaffeevollautomaten ab 700 Euro

Ein Kaffeevollautomat aus dem Premium-Bereich bereitet euch 8 bis 20 KaffeegetrÀnke auf Knopfdruck zu. Espresso, Café Crema, Cappuccino und Latte Macchiato sind Standard. Auch weitere Klassiker wie Americano, Café au Lait oder Flat White kann ein Premium Kaffeevollautomat. Ihr könnt meistens sogar zwei MilchgetrÀnke gleichzeitig beziehen.

Der Milchschaum wird ĂŒber ein vollautomatisches Milchsystem direkt in eure Tasse aufgeschĂ€umt. Einen MilchbehĂ€lter bekommt ihr praktisch immer mitgeliefert.

Das GehÀuse ist aus hochwertigem Kunststoff oder Edelstahl. Beim Mahlwerk gibt es Modelle aus Keramik oder gehÀrtetem Stahl. Insgesamt ist die QualitÀt hier sehr hoch. Alle Teile passen perfekt zusammen und das Mahlwerk ist meistens gut abgeschirmt und daher relativ leise im Betrieb. Die Vollautomaten von Siemens, z.B. der EQ.6 Plus s700*, zÀhlen zu den leisesten Modellen auf dem Markt.

Einige GerĂ€te könnt Ihr sogar ĂŒber euer Smartphone steuern und dort 2 bis 8 individuelle Profile verwalten. Oft könnt Ihr das VerhĂ€ltnis von Kaffee zu Milch in 10ml-Schritten genau steuern und die BrĂŒhtemperatur fĂŒr jedes GetrĂ€nk einstellen.

Vorteile eines Kaffeevollautomaten

Espresso, Cappuccino & Co. auf Knopfdruck

Ein Kaffeevollautomat bereitet euch mit wenigen KnopfdrĂŒcken vieles zu – aromatischen Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato oder Caffe Crema. Trotzdem habt ihr die Möglichkeit die GetrĂ€nke eurem individuellen Geschmack anzupassen. Denn ihr könnt z.B. die KaffeestĂ€rke, die GetrĂ€nkemenge und die Menge an Milchschaum beeinflussen. Ihr könnt also Experimentieren, aber in einfach.

Schnelle Zubereitung

Klar, am besten sollten wir uns immer viel Zeit fĂŒr den Genuss einer guten Tasse Kaffee nehmen. Im Alltag und am frĂŒhen Morgen zĂ€hlt aber manchmal jede Minute. Hier ist ein Vollautomat eine gute Möglichkeit, um etwas Zeit zu sparen und dann den Espresso oder Cappuccino bewusst genießen zu können.

Nach einer kurzen Aufheizphase von rund einer Minute kann auch schon der erste Espresso bezogen werden. Die Zubereitung fĂŒr GetrĂ€nke ohne Milch dauert maximal eine Minute. Der Cappuccino ist meistens in 90 Sekunden fertig. WĂ€hrend euer Cappuccino zubereitet wird, könnt ihr andere Dinge erledigen. Perfekt – denn morgens zĂ€hlt jede Minute 😉 

Niedrige Kosten je Tasse

Der tĂ€gliche Kaffee vom BĂ€cker um die Ecke oder aus einem Kaffeehaus kann sich auf Dauer summieren. Selbst wenn er „nur“ 2 Euro kostet. Mit euren Lieblings-Kaffeebohnen, egal ob sie 10 oder 25 Euro je Kilogramm kosten, kommt ihr definitiv gĂŒnstiger davon.

Im Schnitt nutzt ein Kaffeevollautomat je BrĂŒhvorgang ca. 10 Gramm Kaffeepulver. Aus einem Kilogramm Bohnen erhaltet Ihr also rund 100 KaffeegetrĂ€nke. Eine Tasse kostet euch also zwischen 10 und 25 Cent, je nachdem welche Kaffeebohnen ihr kauft. Ein ganz schöner Unterschied zu 2 Euro.

Aromatisch & bekömmlich

Ein Kaffeevollautomat extrahiert wesentlich schneller als eine Filtermaschine. DafĂŒr aber mit sehr hohem Druck. Wasser und Kaffeepulver sind nur rund 20-30 Sekunden in Kontakt. So werden weniger Bitterstoffe und Koffein als bei Filterkaffee gelöst. Weniger Bitterstoffe sorgen fĂŒr eine bessere Bekömmlichkeit. Durch den hohen Druck werden dafĂŒr mehr Öle und Aromen extrahiert. Der Geschmack ist daher oft intensiver.

Im Vergleich dazu brĂŒht eine normale Kaffeemaschine fĂŒr 2 kleine Tassen meist 3 bis 4 Minuten. In dieser Zeit werden mehr tieferliegende Bitterstoffe gelöst. Daher vertragen einige normalen Filterkaffee nicht so gut.

Einfache Reinigung

An eine nötige Entkalkung, erinnern die Vollautomaten euch automatisch. FĂŒr ein Entkalkungsprogramm fĂŒllt Ihr das empfohlene Reinigungsmittel in den Wassertank, stellt einen AuffangbehĂ€lter unter und startet die Maschine. Zwischendurch den BehĂ€lter einmal leeren und das war es meist auch schon. Das Milchsystem und den Kaffeeauslauf spĂŒlen viele GerĂ€te automatisch vor oder nach jedem Bezug mit heißem Wasser oder Dampf durch.

Einmal in der Woche solltet ihr die BrĂŒhgruppe mit klarem Wasser abspĂŒlen. Auffangschale, KaffeesatzbehĂ€lter und MilchbehĂ€lter können oft in die SpĂŒlmaschine. 

Kompakter als Ihr denkt

Ein Kaffeevollautomat ist heutzutage nicht mehr die riesen Maschine, die ihr vielleicht noch im Kopf habt. Die meisten Modelle sind 25-30 cm breit und mit knapp 40 cm Höhe nicht einmal so hoch wie eine normale Kaffeemaschine. Das richtige Modell passt also auch in eine kleine KĂŒche.

Gut fĂŒr die Umwelt

Nicht nur euer Geldbeutel, sondern auch die Natur wird es euch danken, wenn ihr euch von Pad- oder Kapselmaschinen und Coffee to-go verabschiedet. Die laufenden Kosten und die Abfallmenge sind wesentlich höher als bei einem Vollautomaten. Außerdem sind frisch gemahlene Bohnen immer aromatischer als bereits gemahlenes Kaffeepulver. Und ihr könnt das Aroma bei Pads und Kapseln nicht wirklich Ă€ndern, denn sie enthalten immer die gleiche Menge Kaffeepulver.

Frisch gemahlene Kaffeebohnen

Je frischer, desto besser. Euren Vollautomaten fĂŒllt ihr einfach mit Kaffeebohnen und dann wird vor jedem Bezug frisch gemahlen. Das hat einen großen Vorteil, denn Kaffeebohnen halten das Aroma wesentlich lĂ€nger als bereits gemahlenes Kaffeepulver.

Durch das Mahlen wird die OberflĂ€che vergrĂ¶ĂŸert und es gelangt mehr Luft an das Pulver als an die „geschlossene“ Bohne. Möglichst frisch geröstete und direkt vor dem BrĂŒhvorgang gemahlene Bohnen sorgen fĂŒr das beste Kaffeearoma. Übrigens gibt es inzwischen auch normale Kaffeemaschinen mit Mahlwerk. 

Einfache Bedienung, auch ohne Vorwissen

Das MenĂŒ der meisten Kaffeevollautomaten erklĂ€rt sich von selbst. Ihr mĂŒsst also kein Barista sein, um einen guten Espresso oder Cappuccino zu zaubern. Mit wenigen Klicks könnt ihr wichtige Einstellungen wie die KaffeestĂ€rke, die Wassermenge oder die BrĂŒhtemperatur Ă€ndern. Die Werkseinstellungen sind aber meistens so gut, dass ihr einfach nur gute Kaffeebohnen einfĂŒllen und loslegen mĂŒsst.

Das kann ein Kaffeevollautomat NICHT

Eine große Kanne Filterkaffee brĂŒhen

Immer wieder taucht die Frage auf, ob ihr mit einem Kaffeevollautomaten auch eine ganze Kanne Kaffee brĂŒhen könnt. Das ist leider nicht möglich, denn ein Kaffeevollautomat funktioniert anders als eine Kaffeemaschine. Die BrĂŒhkammer eines Vollautomatens fasst maximal 15 Gramm Kaffeepulver. Mit dieser Menge könnt ihr einen doppelten Espresso oder eine große Tasse Kaffee (rund 220 ml) zubereiten.

FĂŒr eine Kanne Kaffee ist die BrĂŒhkammer viel zu klein. Bei einzelnen (teuren) Vollautomaten sind die Hersteller mittlerweile auf diesen Wunsch eingegangen und bieten eine „Kannenfunktion“. Dann startet das GerĂ€t einfach 3-4 BrĂŒhvorgĂ€nge hintereinander – also rund 4 großen Tassen. Besser schmeckt der Kaffee jedoch, wenn er frisch gebrĂŒht in der Tasse landet. Wer ausschließlich Kaffee trinkt und auf frisch gemahlene Bohnen nicht verzichten möchte, sollte sich lieber Kaffeemaschinen mit Mahlwerk ansehen.

Kaffeevollautomaten Test 10

Die meisten Kaffeevollautomaten können keine Kanne Kaffee brĂŒhen

Espresso wie aus dem SiebtrÀger

Mit einem SiebtrĂ€ger betreiben viele (Hobby-) Baristas großen Aufwand den perfekten Espresso zu zaubern. Die Konsistenz der Aroma-Bombe erinnert dabei fast an Öl. Dabei wird an allen Ecken optimiert – Kaffeemenge, Mahlgrad, BrĂŒhdruck, BrĂŒhtemperatur, Extraktionsdauer, uvm. Einen sehr guten Espresso zuzubereiten ist eben ein echtes Handwerk. 

Ein Kaffeevollautomat versucht all diese Variablen unter einen Hut zu bringen. Sie werden sogar immer besser darin, schaffen es allerdings nicht zu 100%. Der Mahlgrad ist oft nicht fein genug wodurch der BrĂŒhdruck nicht bei perfekten 9 Bar, sondern etwas darunter liegt. Viele Vollautomaten extrahieren bereits sehr guten Espresso, aber eben nicht ganz wie vom Profi-Barista. DafĂŒr habt ihr mit einen Kaffeevollautomaten weniger Aufwand und benötigt keine großen Kenntnisse. 

Kaffeevollautomaten Test 11

den besten Espresso bereitet immer noch ein SiebtrĂ€ger – Kaffeevollautomaten werden jedoch immer besser

Sich automatisch Reinigen

Viele von euch sind eine sehr einfache Reinigung bei Filterkaffeemaschinen gewohnt: Papierfilter in den Bio-MĂŒll, Kaffeekanne ausspĂŒlen und fertig. Bei Kaffeevollautomaten ist das Ganze etwas aufwĂ€ndiger. Zwar besitzen bereits viele GerĂ€te automatische SpĂŒlvorgĂ€nge, trotzdem mĂŒsst ihr an einigen Stellen selbst Hand anlegen.  

Das Milchsystem, insbesondere die SchlĂ€uche, solltet ihr tĂ€glich reinigen. Auch den KaffeesatzbehĂ€lter leert ihr von Hand sobald sich die Maschine bei euch meldet. Je nach GetrĂ€nkemenge passiert das etwa alle 1-3 Tage. Die BrĂŒhgruppe solltet ihr einmal die Woche, am besten alle 3 Tage, entnehmen und mit klarem Wasser abspĂŒlen. Außerdem solltet Ihr nach alle 1-3 Monate ein automatisches Entkalkungsprogramm starten.

Kaffeevollautomaten Test 12

 Die Reinigung eines Kaffeevollautomatens ist etwas aufwendiger als bei einer einfachen Kaffeemaschine, regelmĂ€ĂŸig sollte die BrĂŒhgruppe angespĂŒlt werden

BrĂŒhgruppe

Bei der BrĂŒhgruppe handelt es sich um das HerzstĂŒck des Kaffeevollautomatens. Hier findet der komplette BrĂŒhvorgang eures Kaffees statt. Das frisch gemahlene Kaffeepulver fĂ€llt vom Mahlwerk direkt in die BrĂŒhkammer. Dort wird es von einem Druckkolben zu einem Kaffeepuck verdichtet. Die passende Wassermenge wird erhitzt. Eine Pumpe presst sie mit hohem Druck durch das Kaffeepulver gepresst. Nur wenige Augenblicke spĂ€ter fließt der fertige Kaffee in eure Tasse. Die BrĂŒhgruppe fĂ€hrt in ihre ursprĂŒngliche Position zurĂŒck und wirft den Kaffeepuck in den KaffeesatzbehĂ€lter.  

Eine BrĂŒhgruppe fĂŒr den Privatgebrauch besteht zum Großteil aus Kunststoff. Wichtige Stellen wie der Druckkolben, Scharniere und Schienen sind aus Edelstahl. Bei hochwertigen GerĂ€ten ist die gesamte BrĂŒhkammer aus Edelstahl. Meistens bei GerĂ€ten aus der Gastronomie.

Kaffeevollautomaten Test 13
  • sehr guter Espresso
  • einfache Reinigung 
  • kompakte GrĂ¶ĂŸe
  • gĂŒnstig
  • Manuelles AufschĂ€umen mit MilchdĂŒse
  • Keine Profile
  • Wenige Einstellmöglichkeiten